Hörsaal City

13.10.2010 - Meike Klinck

logo Unter dem Titel „Tatort Internet – Schöne neue gefährliche Medienwelt“ findet von Oktober 2010 bis Januar 2011 die Vortragsreihe des Rektorats Hörsaal City im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets in Bochum statt. Den Anfang macht Prof. Dr. Jörg Schwenk am 27.10.2010 von 18-20 Uhr zum Thema „Identität im Internet“. weiterlesen


Mittwochs 18-20 Uhr
Haus der Geschichte des Ruhrgebiets
Clemensstrasse 17-19, 44789 Bochum

http://www.ruhr-uni-bochum.de/wissenstransfer/dialog/offener-hoersaal/hoersaal-city/index.html

Kurzübersicht der sieben Vorträge


Identität im Internet
27.10.2010, Jörg Schwenk (Netz- und Datensicherheit, RUB)

„On the Internet, nobody knows you’re a dog” ist eine Karikatur aus dem Jahr 1993 untertitelt (http://en.wikipedia.org/wiki/On_the_Internet,_nobody_knows_you're_a_dog). Trotzdem agieren und handeln wir mittlerweile im Internet so selbstverständlich wie im realen Leben. Der Vortrag stellt alte (Passwort, TAN) und neue (SSL, neuer Personalausweis und Single-Sign-On) Methoden vor, wie man seine Identität im Internet nachweisen kann, und bewertet deren Sicherheit anhand aktueller Angriffsszenarien.

Ein Ausflug in den Schadsoftware-Zoo
Von Löchern und Lücken bei Windows und Co
10.11.2010, Thorsten Holz (Embedded Malware, RUB)

Es gibt viele Arten von Bedrohungen im Internet – und Angreifer suchen ständig nach neuen Einfallstoren, um bösartige Programme (so genannte Schadsoftware) auf den Rechnern der Opfer zu installieren. Sie benutzen dann die gekaperten Maschinen, um Unheil im Internet anzurichten, beispielsweise indem sie Spam-Nachrichten verschicken oder sensitive Daten stehlen. Der Vortrag vermittelt einen Überblick über verschiedene Arten von aktueller Schadsoftware und stellt Methoden vor, mit deren Hilfe man sich vor solchen Angriffen schützen kann.

Wer bin ich im Netz und wie viele?
24.11.2010, Norbert Bolz (Medienphilosophie, TU Berlin)

Identität ist heute eine Rechenaufgabe der Netzwerklogik, ein sozialer Graph in den Koordinaten "öffentlich" und "privat". Für die Internet-Kultur bin ich die Summe meiner Mausklicks. In dieser "exposure culture" dominieren Exhibitionismus und Voyeurismus. Was wird aus der bürgerlichen Privatsphäre und ihrer Freiheit?

Verschlüsseln ohne geheimen Schlüssel
RSA und das Faktorisierungsproblem
08.12.2010, Alexander May (Kryptologie, RUB)

Das RSA Verschlüsselungsverfahren von 1977 erlaubte zum ersten Mal das Versenden einer verschlüsselten Nachricht von einem Sender an einen Empfänger, ohne dass beide Parteien zuvor einen gemeinsamen geheimen Schlüssel vereinbart hatten. Dies löste eine Revolution in der Wissenschaft aus und machte heutige moderne Internetanwendungen wie e-Commerce und Homebanking erst möglich. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Geschichte von RSA und erläutert, warum das zugrunde liegende Faktorisierungsproblem, auf dem die Sicherheit von RSA beruht, so schwer zu lösen ist.

Wer ist der Dumme? Haftungsfragen beim Phishing
12.01.2011, Georg Borges (IT-Recht, RUB)

Phishing und andere Formen der Internetkriminalität verursachen hohe Schäden. Doch wer trägt den Schaden und warum? Der Vortrag erläutert für die zentralen Fallgruppen, wer für die Schäden aus der Internetkriminalität verantwortlich ist, und erläutert, wie sich der Internetnutzer vor Haftung schützen kann.

Kryptographie im Handy und im BMW
26.01.2011, Christof Paar (Eingebettete Sicherheit, RUB)

Das seit langem vorausgesagte Zeitalter des "pervasive Computing" ist Realität geworden. Über 98 Prozent aller Mikroprozessoren werden schon in eingebetteten Systemen wie Consumelektronik, Fahrzeugen oder Bankkarten verbaut. Der jüngste Trend, all diese eingebetteten Systeme miteinander zu verbinden, ermöglicht zwar viele spannende Anwendungen, gleichzeitig ergeben sich aber daraus auch neue Sicherheitsprobleme. Der Vortrag gibt einen Überblick über diesen Bereich und stellt konkrete Fallstudien vor: extrem schlanke Sicherheitslösungen zur Komponenten-Identifizierung (z.B. für Druckerpatronen), "Netzwerk"-Sicherheit für die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Angriffe auf Funkschließsysteme von Garagen und Autos.

Gesundheitskarte und elektronische Ausweise: Sicherheit à la carte?
02.02.2011, Ahmad-Reza Sadeghi (Systemsicherheit, RUB/TU Darmstadt)

Die elektronische Gesundheitskarte und die neuen Ausweise, die derzeit entwickelt werden, versprechen mehr Sicherheit und Effizienz im Gesundheitswesen bzw. in der Personenregistrierung und -identifikation. Dieser Vortrag gibt einen Einblick in die Funktionsweise und Sicherheitsaspekte dieser Komponente und die dafür notwendigen Sicherheitsinfrastrukturen.

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