Manipulation möglich!

14.10.2013 - Meike Klinck

georgtobiasbecker Ein Forschungsbeitrag von HGI-Experten um Prof. Paar vom Lehrstuhl für Eingebettete Sicherheit der RUB, Forschern der University of Massachusetts sowie der TU Delft sorgt aktuell für Aufregung. Darin beschreiben sie, wie minimale Eingriffe im Herstellungsprozess eine massenhafte Manipulation von Chips möglich machen könnten: Das wäre eine Möglichkeit, gängige Verschlüsselungsverfahren auf Intel-Prozessoren kaum nachweisbar zu sabotieren. weiterlesen

Das Vorgehen beschreiben die Wissenschaftler folgendermaßen: Durch eine gezielte Verunreinigung des Halbleiter-Grundmaterials könne man den Chip, etwa einen Intel-Prozessor, verändern. Somit ließe sich beispielsweise der für Verschlüsselungsverfahren wichtige Zufallsgenerator der CPU manipulieren. Die Folge: Schwache kryptographische Schlüssel, die sich mit wenig Aufwand knacken lassen. Das perfide an der Methode: Wenn der Chip einmal eingebaut ist, lässt sich die Manipulation praktisch nicht mehr nachweisen.

Das Paper ist ein Teil der Dissertation von Georg Tobias Becker zum Thema „Seitenkanäle in der Kryptographie“. An der RUB studierte er zunächst Angewandte Informatik und machte anschließend seinen Master in IT-Sicherheit. Seit dem Jahr 2010 promoviert er bei Prof. Christof Paar und bei Prof. Dr. Wayne Burleson (University of Massachusetts).

Mehr zum Thema veröffentlicht der Spiegel online unter dem Titel Angriff auf Verschlüsselung - Forscher entdecken Verfahren zur Chip-Sabotage, computerworld.com titelt Security researchers create undetectable hardware trojans und arstechnica.com greift das Thema unter Researchers can slip an undetectable trojan into Intel’s Ivy Bridge CPUs auf.

Tags: Christoph Paar, Eingebettete Sicherheit, Georg Tobias Becker