Transferpreis verliehen

06.07.2010 - Meike Klinck

transfer Für seine Arbeit im Bereich "Geräuschreduktion für Hörgeräte" erhielt Prof. Dr.-Ing. Rainer Martin am 02. Juli 2010 den Transferpreis von Ruhr-Universität, rubitec GmbH und der Industrie- und Handelskammer im mittleren Ruhrgebiet zu Bochum. Er erforscht Verfahren, die sich die statistischen Eigenschaften von Sprachsignalen und Geräuschen zur Verbesserung der Signalqualität zu Nutze machen. weiterlesen

Von links nach rechts: Die Preisträger Prof. Dr.-Ing. Rainer Martin und Prof. Dr. Uwe Czarnetzki

Forschung und Lehre, aber auch die Umsetzung von Wissen in Produkte und Verfahren, gehören zu den wichtigen Aufgaben der Hochschulen. Seit mehr als 20 Jahren nimmt die Ruhr-Universität Bochum im Ruhrgebiet eine Vorreiterrolle im Bereich des Technologietransfers ein. Die Ruhr-Universität Bochum mit ihrer Forschungs- und Verwertungsgesellschaft rubitec GmbH möchte gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer im mittleren Ruhrgebiet zu Bochum den Transfer aus der Hochschule durch Verleihung eines Transferpreises fördern und unterstützen.

Der Preis wird verliehen für herausragende Leistungen in den Bereichen Zusammenarbeit Hochschule – Wirtschaft, erfolgreiche Aktivitäten bei der Vermarktung und Verwertung von F+E-Ergebnissen und Patenten sowie beispielhaften Existenzgründungen auf Basis von an der Hochschule erarbeiteten Geschäftsideen.

Zur Jury zählten in diesem Jahr:

  • Prof. Dr. M. Bormann, Altrektor der Ruhr-Universität Bochum
  • Prof. Dr. med. U. Eysel, Prorektor für Forschung der Ruhr-Universität Bochum
  • Dr. K. Grosse, Geschäftsführer der rubitec GmbH
  • G. Möller, Kanzler der Ruhr-Universität Bochum
  • T. Neinhaus, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Bochum
  • Prof. Dr.-Ing. H.-J. Wagner, Lehrstuhl für Energiesysteme und Energiewirtschaft

Prof. Dr.-Ing. Rainer Martin
„Geräuschreduktion für Hörgeräte“

Bei einem Hörverlust vermindern störende Geräusche und Raumhall das Sprachverstehen und erfordern eine erhöhte Höranstrengung. Ohne eine wirksame Geräuschreduktion sind somit die Kommunikationsmöglichkeiten der betroffenen Personen in schwierigen akustischen Umgebungen stark eingeschränkt. Die Verbesserung gestörter Sprachsignale, speziell auch unter den technologischen Randbedingungen eines Hörgeräts, ist daher weltweit Thema intensiver Forschung. Prof. Dr.-Ing. Rainer Martin befasst sich seit vielen Jahren mit dieser Frage. Dabei erforscht er Verfahren, die sich die statistischen Eigenschaften von Sprachsignalen und Geräuschen zur Verbesserung der Signalqualität zu Nutze machen.

Auf diesem Gebiet hat sich inzwischen eine langjährige Kooperation mit der Siemens Audiologische Technik GmbH in Erlangen entwickelt. Auf Prof. Martins Arbeiten zur statistischen Analyse von Umgebungsgeräuschen aufbauende Verfahren werden seit 2002 mit Variationen in Siemens Produkten eingesetzt. In jüngster Zeit wurden mit dem am Lehrstuhl entwickelten und zum Patent angemeldeten Verfahren zur Varianzreduktion zeitlich schnell fluktierender Signalkomponenten weitere signifikante Qualitätsverbesserungen erzielt. In der Folge sind bereits eine Reihe weiterer Patentanmeldungen entstanden.

Die Firma Siemens Audiologische Technik (SAT) GmbH in Erlangen entwickelt und produziert Hörsysteme für mehr Lebensqualität. Etwa ein Drittel aller weltweit verkauften Hörgeräte werden von SAT hergestellt. In einem weltweit sehr dynamischen Markt ist dieser Anteil nur durch fortlaufende Innovationen zu realisieren. Bei der Entwicklung von Hörsystemen vertraut SAT deshalb nicht nur auf eigene Erfahrungen, sondern arbeitet intensiv mit Universitäten, Kliniken und Hörzentren zusammen. Aus diesen Kooperationen und aus der Innovationskraft eines weltweit tätigen Technologiekonzerns werden entscheidende Impulse für den audiologischen Fortschritt gewonnen. Diese spiegeln sich in zahlreichen Patenten wider und werden von den Mitarbeitern eines hochkarätigen Entwicklungsteams umgesetzt.


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Tags: Rainer Martin, rubitec, Transferpreis