Besser hören

30.05.2014 - Meike Klinck

twoears Mit „TWO!EARS“ soll ein Roboter schon bald Audiosignale ähnlich verarbeiten können wie der Mensch. Erste Computersimulationen zeigen jetzt, dass die kürzlich fertig gestellte Software-Architektur prinzipiell funktioniert. Die neuen Algorithmen könnten zukünftig dazu dienen, Hörgeräte zu verbessern, die in Umgebungen mit vielen Sprechern Einsatz finden. Am EU-Projekt beteiligt sind neben dem Team um Prof. Dorothea Kolossa von der RUB die Technischen Universitäten Berlin, Eindhoven und Kopenhagen, die Universitäten Pierre et Marie Curie Paris, Rostock und Sheffield, sowie das CNRS Toulouse und das Rensselaer Polytechnic Institute in Troy, NY. weiterlesen

Ziel des Projekts „TWO!EARS“, das sich auf ein Konzept des Bochumer Professors Jens Blauert gründet, ist es, mit technischen Mitteln menschliches Zuhören umfassend zu simulieren. Zusätzlich zur akustischen sollen auch optische Information sowie die koordinative Eigenwahrnehmung, die so genannte Propriozeption, berücksichtigt werden. Neu an dem Forschungsansatz ist, dass der Mensch als ein multimodales Wesen aufgefasst wird, das seine Vorstellung von der Welt interaktiv entwickelt. Bisherige Modelle des Hörens beruhen vorwiegend auf der Auswertung der Schallsignale an den beiden Ohren, sie sind also im Wesentlichen signalgeleitet (Bottom-up-Verarbeitung). Der neuen Ansatz soll jetzt eine bessere Vorhersage des menschlichen Verstehens und Handelns von Menschen ermöglichen, indem er eine hypothesengeleitete Verarbeitung explizit mit einbezieht (Top-down-Verarbeitung). Das bedeutet unter anderem, dass Vorwissen über unsere Umwelt die signalgeleitete Verarbeitung mitbestimmt und verfeinert. Das TWO!EARS-System wird auf Basis einer Roboterplattform umgesetzt, die aktiv ihre physische Umwelt analysiert und sich anhand des Wahrgenommenen orientiert und in der Umgebung bewegt. Das Gesamtsystem hat eine modulare und offene Architektur, damit es leicht modifiziert und erweitert werden kann.

Foto: Das Bochumer Team mit Prof. Jens Blauert, Prof. Dorothea Kolossa, Christopher Schymura und Thomas Walther

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Weitere Informationen
Prof. Dr.-Ing. Dorothea Kolossa,
Lehrstuhl für Kognitive Signalverarbeitung
Tel. 0234/32-28965, dorothea.kolossa@rub.de

Tags: Dorothea Kolossa, Jens Blauert